Netzwerke des Exils

Zweite Exil:Trans-Tagung

Universität Lausanne, 26.-28. August 2021 (evtl. Online-Tagung)

Im Rahmen des seit 2019 von einer internationalen Forschungsgruppe (Wien,
Mainz/Germersheim und Lausanne) bearbeiteten Themas der Exil-ÜbersetzerInnen sollen bei
der Tagung an der Universität Lausanne (www.unil.ch/ctl) die Netzwerke in den Mittelpunkt
gerückt werden, die es den durch den Nationalsozialismus vertriebenen Menschen erlaubten, ihre
Tätigkeit als ÜbersetzerInnen auszuüben – oder nicht. Das Ziel der Tagung wird es sein, das
Übersetzen als Handlung in einem strukturierten Kontext sichtbar zu machen. Zu diesem weit
gefassten Kontext gehören Privatpersonen wie Verleger, Rezensenten oder Mäzene und v. a.
kollektive Akteure wie Verlage, Zeitschriften, soziale und politische Organisationen und
Institutionen, die je einzeln und zusammen ein dynamisches, interaktives und
interdependentes Netzwerk bilden. Netzwerke sind bei der Erforschung der Geschichte des
Übersetzens im Exil besonders wichtig, da sie die Prozesse der Produktion und der Rezeption
von Übersetzungen positiv und negativ beeinflussen: Fehlen die entsprechenden Netzwerke,
verändern sich nicht nur die Arbeitsbedingungen; auch Lebenswege und Biografien werden
grundlegend modifiziert. Und im Gegensatz dazu können neue Netzwerke die Bedingungen
zum Übersetzen geradezu schaffen. Wie gestalten sich alle diese den Übersetzungen
zugrundeliegende Arbeits- und Lebensbedingungen sowie Handlungs- und Publikationsgefüge?
Welche Rollen spielen sie bei den biografischen Lebenswegen und ästhetischen Werdegängen
der einzelnen ÜbersetzerInnen?
An der Tagung werden ausgewählte Forschungsergebnisse aus dem Rahmen des Projektes
Exil:Trans (https://exiltrans.univie.ac.at/) vorgestellt. Weitere Beiträge zur Rolle und Funktion von
kulturellen, universitären und politischen Institutionen und Hilfswerken, von Verlagen und
Zeitschriften, aber auch von Privatpersonen als Vermittlern und Begleitern der ÜbersetzerInnen im
Exil zur Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft sind erwünscht.
Dauer der Vorträge: 30 Minuten
Tagungssprachen: Deutsch, Französisch, Englisch
Eine Publikation ausgewählter Beiträge ist geplant.
Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben. Reise- und Übernachtungskosten können nur in
begründeten Einzelfällen bezuschusst werden.

Wir bitten um die Zusendung des Abstracts (max. 1500 Zeichen) mit kurzer Bio-Bibliographie
bis 20. März 2021 an die E-Mail-Adresse: translatio@unil.ch